Klostergut

Die katholische Kirche

1126 kam es zu einer ersten Klosterreform mit Einführung der Augustinerregel. Jetzt wurde der Apostel Paulus Mitpatron. Um dieselbe Zeit dürfte der Bau der heutigen Klosterkirche begonnen worden sein, die zugleich der seit 1140 selbstständigen Pfarrei Heiningen als Pfarrkirche sowie ab 1174 als Archidiakonatskirche diente.

Nach einer Zeit des geistlichen und wirtschaftlichen Niedergangs wurde das Kloster im 15. Jahrhundert erneut reformiert und der Windesheimer Kongregation angeschlossen. Es kam zu einer neuen Blüte mit bis zu 100 Konventualinnen.

Als Folge der Hildesheimer Stiftsfehde war Heiningen während der Reformationszeit in braunschweigischem Besitz. Das Kloster wurde 1569 in ein lutherisches Damenstift umgewandelt. Nach der Restitution des Großen Stifts 1643 und der Überwindung der schlimmsten Folgen des Dreißigjährigen Kriegs kamen wieder katholische Ordensfrauen und ein katholischer Pfarrgeistlicher nach Heiningen. 1658 wurde die Kirche neu geweiht, ab 1661 entstanden neue Klostergebäude. Die Bevölkerung blieb jedoch mehrheitlich evangelisch, und der Pfarrsprengel umfasste seitdem das gesamte Umland.

Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster Heiningen 1810 aufgehoben und das zugehörige Land in Privathand verkauft. Die Klosterkirche wurde Staatseigentum. Sie wird von der Klosterkammer Hannover unterhalten und dem katholischen Gottesdienst zur Verfügung gestellt.

Von 1937 bis 1943 war Joseph Müller Pfarrer an St. Peter und Paul. Er wurde 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. 

St. Peter und Paul ist eine stilreine romanische Basilika auf kreuzförmigem Grundriss mit querrechteckigem Turm als Westabschluss. Das dreijochige Langhaus besteht aus Mittelschiff und zwei halbhohen Seitenschiffen. An das Querhaus schließt sich im Osten ein quadratischer Chor mit niedrigerer halbrunder Apsis an. Deren Blendarkaden und Lisenen sind der einzige äußere Bauschmuck. Der Chor wird von zwei Kapellen in Verlängerung der Seitenschiffe flankiert. Vierung und Chor setzen das Langhaus nicht geradlinig fort, sondern biegen nach Süden ab. Diese bei mittelalterlichen Kirchen nicht seltene Erscheinung wird oft als Abbild der Neigung des Hauptes Christi am Kreuz gedeutet.

Bernwardkreuz

 

Auch das Innere zeigt stilistische Geschlossenheit und reiche Gliederung. An den Wänden der Langhausjoche spannen sich unter den Obergadenfenstern weite Blendbögen von Pfeiler zu Pfeiler. Darunter ist die eigentliche Öffnung zu den Seitenschiffen durch Mittelsäulen mit Würfelkapitellen in zwei schmalere Bögen geteilt, sodass sich ein reizvoller Stützenwechsel ergibt. Die karge Ausstattung und der weiße Innenanstrich, der Stützen und Bögen ausspart, unterstreichen die Proportionen des Raums.

Das Kloster Heiningen wurde um 1000 von Hildeswid und Alburgis aus der sächsischen Adelsfamilie der Billunger gestiftet und mit umfangreichem Grundbesitz ausgestattet. Bischof Bernward von Hildesheim (993-1022), ebenfalls Billunger, erwirkte bei Kaiser Otto III. die Immunität des Kanonissenstiftes.

Kloster und Kirche wurden unter den Schutz der Gottesmutter und des Apostels Petrus gestellt.